Dance with the Boss - Wie Mitarbeiter ihre Chefs taktvoll führen

Dance with the Boss - Wie Mitarbeiter ihre Chefs taktvoll führen

 

 

 

von: Monica Deters

Campus Verlag, 2015

ISBN: 9783593429892

Sprache: Deutsch

200 Seiten, Download: 6351 KB

 
Format:  EPUB, PDF, auch als Online-Lesen

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Dance with the Boss - Wie Mitarbeiter ihre Chefs taktvoll führen



Arbeiten ist wie Tanzen: Es macht nur Spaß, wenn’s gefällt!


Fragt der Chef sein iPhone: »Siri, findest du, dass ich ein guter Chef bin?«

Siri: »Ich habe sechs Seminaranbieter im Umkreis von zwei Kilometern gefunden!«

So ist es beim Tanzen

Wie oft tanzen Sie im Durchschnitt? Ich muss zugeben, dass ich viele Jahre das Gefühl hatte, viel zu selten die Gelegenheit zum Tanzen zu haben. Früher, als Jugendliche, habe ich sehr oft getanzt, doch mit dem Alter flaute es immer mehr ab – und ich war immer etwas neidisch auf andere, die sich die Zeit nahmen und sich den Spaß am Tanzen nicht verderben ließen. Seit einigen Jahren hat sich das Blatt allerdings gewendet: Ich finde plötzlich viel öfter Gelegenheiten, das Tanzbein zu schwingen.

Tanzen soll vor allen Dingen eins: Spaß machen! Doch in einem Tanzschuppen, in dem Ihnen die Musik oder die Leute (oder beides!) nicht gefallen, hält sich die Begeisterung verständlicherweise in Grenzen. Nein, man muss sich schon einen Club aussuchen, der taugt, sonst macht das Ganze keinen Sinn.

So ist es im Job

Fühlen Sie sich an Ihrem Arbeitsplatz wirklich noch pudelwohl? Womit geben Sie sich womöglich schon zu lange zufrieden? Falls sich Ihr Arbeitsplatz mit der Zeit durch wechselnde Vorgesetzte, diverse Umstrukturierungen oder sonstige Veränderungen sehr gewandelt hat, schauen Sie bewusst hin, ob Ihnen »der Club« noch gefällt, in dem Sie arbeiten, oder ob Sie vielleicht lieber weiterziehen möchten. Denn es gibt sie, die Jobs, die Spaß machen. Es muss aber nicht gleich ein Arbeitsplatzwechsel sein. Manchmal reicht es schon, wenn Sie Ihre Umgebung etwas mehr an Ihre Bedürfnisse anpassen. Denn Sie allein bestimmen, wie hoch Ihr »Vergnügungsfaktor« ist. Das nennt man Selbstbestimmtheit.

Mit wem wollen Sie tanzen?


Ehrlich gesagt, habe ich mich früher schon etwas treiben lassen. Mir war es relativ egal, für wen ich arbeitete oder was zu tun war. Hauptsache, mir gefiel es halbwegs und die Menschen waren nett zu mir. Hätte mich jemand vor 20 Jahren gefragt, für wen ich gerne arbeiten würde, hätte ich nur verständnislos den Kopf geschüttelt. Bei der Arbeit geht es doch wohl um etwas ganz anderes als persönliche Zufriedenheit – dachte ich damals zumindest, denn so wurde ich erzogen. Man konnte schließlich froh sein, dass man überhaupt Arbeit hatte! Da wurden keine hohen Ansprüche gestellt … Doch richtig Lust aufs Tanzen verspürt man nur, wenn die Rahmenbedingungen stimmen: schöne Musik, tolle Atmosphäre, herzliche Aufforderung, netter Tanzpartner. Auf den Job übertragen also eine angenehme Unternehmens- und Führungskultur, ein gutes Arbeitsklima und ein sympathischer Chef.

Die Unternehmenskultur ist meist geprägt vom Wertesystem des Gründers, manchmal wird sie auch mithilfe einer Unternehmensberatung ausgearbeitet. Im Idealfall wird die Belegschaft miteinbezogen; so festigt sich die Unternehmenskultur und die Werte des Unternehmens werden im Berufsalltag gelebt. Obwohl es immer noch einen großen Unterschied zwischen Theorie und Praxis gibt. Der Vorteil: Ist das Wertesystem allen Mitarbeitern bekannt und wird es von allen akzeptiert, ist es ein wichtiger Motivationsfaktor und sensibilisiert die Mitarbeiter für das Unternehmensgeschehen. In Krisensituationen wird diese Belegschaft dem Unternehmen eher die Treue halten.

Die Unternehmenskultur kann ein erster Anhaltspunkt für Sie sein, ob eine Firma als potenzieller neuer Tanzschuppen für Sie infrage kommt oder nicht. Sie haben verschiedene Möglichkeiten, sich über die Werte eines Unternehmens zu informieren. Ebenso können Sie Ihren aktuellen Tanzpartner auf den Prüfstand stellen und überlegen, ob die Firmenphilosophie wirklich gelebt wird oder mehr Schein als Sein ist.

Um Enttäuschungen zu umgehen oder sogar einen Kulturschock im Nachhinein zu vermeiden, gibt es eine Menge Möglichkeiten ein Unternehmen im Voraus auf Herz und Nieren zu überprüfen. Zumindest so gut wie möglich. In erster Linie ist hier Ihre Eigeninitiative gefragt, denn Sie müssen ein bisschen recherchieren. Zum Beispiel ist es nützlich, wenn Sie das Vorstellungsgespräch für gute Fragen nutzen, wie: »Was tun Sie für ein gutes Betriebsklima?«, »Wie würden Sie Ihre Unternehmenskultur beschreiben?«, »Leben Sie eine eher flache Hierarchie?«, »Gibt es eine Ideenoffensive für Mitarbeiter?« Sie werden schon an den Reaktionen merken, wie wichtig dem Unternehmen die gute Zusammenarbeit mit seinen Mitarbeitern ist. Haben Sie keine Bange vor solchen Fragen, sie signalisieren nur, dass Sie es ernst meinen mit dem Unternehmen und sich wirklich dafür interessieren.

Darüber hinaus sollten Sie sich ein bisschen als Detektiv betätigen, denn es gibt heutzutage eine Menge Möglichkeiten, Informationen über ein Unternehmen zu sammeln. Als erstes steht hier die klassische Internetrecherche an. Googeln Sie das Unternehmen und Sie werden in der Regel viele Informationen finden. Vielleicht pflegt das Unternehmen auch einige Social Media Tools, wie Facebook oder Twitter. Besonders interessant sind auch Xing-Kontakte, die für das Unternehmen gearbeitet haben. Warum nicht mal den Kontakt mit diesen Mitarbeitern aufnehmen? Es gibt noch eine Vielzahl an Recherchemöglichkeiten, die Sie nutzen können: Stöbern Sie auf der Unternehmenswebsite, lesen Sie den Geschäftsbericht oder überfliegen Sie ihn zumindest, besuchen Sie Bewertungsportale wie zum Beispiel www.kununu.com, nutzen Sie öffentliche Veranstaltungen wie einen Tag der offenen Tür, oder ähnliches. Je mehr Sie lesen und mitbekommen, desto besser können Sie sich ein eigenes Bild machen. Fragen Sie auch im Bekannten- oder im Freundeskreis nach. Die Welt ist oftmals kleiner, als man denkt! Erst wenn Sie alle Informationen gesammelt haben, können Sie sich entscheiden! Aber bitte nicht vergessen: So nützlich und sinnvoll alle Informationen auch sind, lassen Sie am Ende Ihren »Bauch« entscheiden! Der ist oftmals schlauer, als Ihr Kopf!

Natürlich kann es auch passieren, dass Sie schon einige Zeit für ein Unternehmen tätig sind und Sie plötzlich merken, dass doch nicht alles Gold ist, was zuerst so schön glänzte, oder dass sich die Unternehmenskultur zum Schlechteren verändert. Plötzlich bemerken Sie immer mehr Warnsignale, die Ihnen gar nicht gefallen. Der Chef ist vom kooperativen Teamleiter zum sarkastischen Tyrann mutiert, die Kollegen stellen sich als zickende Hyänen heraus, die Produkte werden doch von kleinen Kinderhänden produziert, obwohl das kategorisch ausgeschlossen schien. Uff, was nun! Nur Sie persönlich können entscheiden, ob Sie das ertragen möchten oder nicht. Fragen Sie sich zum Beispiel: Was kann ich an den Vorkommnissen wirklich ändern? Habe ich den nötigen Einfluss? Kann ich am Betriebsklima etwas ändern, ohne mich dabei völlig zu verausgaben? Unternehmensstrukturen oder -kulturen zu verändern, ist unmöglich. Da müssten Sie schon die Karriere des Vorstandsvorsitzenden anstreben und auch der ist abhängig von den Shareholdern. Also können Sie nur überlegen, was die Situation mit Ihnen macht, wenn Sie in ihr bleiben. Halten Sie es aus? Dann bleiben Sie. Doch bedenken Sie immer: Verbiegen Sie sich nicht! Es gibt auch andere Unternehmen, in denen es Ihnen deutlich besser gehen kann. Keine Angst vor dem Wechsel! Das ist heutzutage völlig normal.

Augen auf bei der Partnerwahl

In vielen Bereich agieren wir wählerischer als bei der Chefauswahl. Wenn zum Beispiel eine größere Anschaffung oder Ausgabe ansteht, sagen wir mal ein neues Auto oder eine schicke Urlaubsreise, planen wir genau. Wir vergleichen Preise, recherchieren im Internet, checken Bewertungen in diversen Foren oder fragen bei Freunden und Verwandten nach Erfahrungswerten. Schließlich wollen wir keinen Fehlkauf tätigen: Das Auto soll eine ganze Weile genutzt werden, da muss es schon den eigenen Ansprüchen genügen. Und die Urlaubsreise sollte tunlichst nicht im Chaos enden, sonst wird es nichts mit der Erholung. Also werden wir aktiv und informieren uns gründlich. Warum dann diese Passivität bei der Chefauswahl? Weil wir keine andere Wahl haben, sagen Sie? Weil es ein Abhängigkeitsverhältnis ist? Weil es nicht so viele Jobs gibt? Klar, es ist nicht leicht, heutzutage einen Job zu bekommen und der Bewerbungsstress ist definitiv nicht ohne. Man wird von den Personalern auf Herz und Nieren geprüft und ausgefragt. Es ist ja einerseits verständlich, dass der zukünftige Arbeitgeber genau wissen will, wen er sich da als Tanzpartner aufs Parkett holt. Aber es sollte doch andersherum genauso möglich sein, seinen potenziellen Chef zu testen, finde ich!

Deswegen fordere ich hier und jetzt die »Chef-Bewerbung«. Die Fragen an ihn könnten zum Beispiel lauten: Welchen Führungsstil bevorzugen Sie? Welche Stärken haben Sie und welche Schwächen? Wo wollen Sie in fünf Jahren stehen? So stimmt für mich die Augenhöhe! Mir geht es darum, dass Sie schon beim Bewerbungsgespräch und auch nach Ihrer Anstellung im Unternehmen die Augen offenhalten und prüfen, ob Sie und Ihr neuer Tanzpartner wirklich zusammenpassen und ob diese Kooperation Zukunft hat oder nicht. Nutzen Sie die Ihnen zur Verfügung stehende Fragezeit beim Bewerbungsgespräch daher geschickt aus. Nicht zu forsch oder kämpferisch – sonst stellt Sie vermutlich keiner ein –, sondern interessiert und motiviert!

Wenn Sie nicht sicher sind, welche Fragen Sie beim nächsten Bewerbungsgespräch stellen sollen, machen Sie sich Gedanken über folgende Fragen:

  • Gab es schon einmal eine richtig gute Führungskraft in Ihrem Leben? Was genau zeichnete sie aus?
  • Was mögen Sie an Ihrem aktuellen Boss und warum?...

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