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Therapeutisches Reiten bei Kindern mit einer Autismus-Spektrum-Störung - Die Einflüsse von Hippotherapie, ergotherapeutischer Behandlung mit dem Pferd und Heilpädagogischem Voltigieren auf die Kommunikation und soziale Interaktion von Kindern mit ASS
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Therapeutisches Reiten bei Kindern mit einer Autismus-Spektrum-Störung - Die Einflüsse von Hippotherapie, ergotherapeutischer Behandlung mit dem Pferd und Heilpädagogischem Voltigieren auf die Kommunikation und soziale Interaktion von Kindern mit ASS
von: Katrin Herten
Bachelor + Master Publishing, 2016
ISBN: 9783959935005
42 Seiten, Download: KB
 
Format: PDF
geeignet für: PC, MAC, Laptop Online-Lesen Apple iPad, Android Tablet PC's

Typ: A (einfacher Zugriff)

 

 
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Leseprobe

Textprobe: Kapitel 5.2 Mensch-Pferd-Kommunikation: Ausgehend von den Grundlagentheorien der Kommunikationswissenschaft von Paul Watzlawick kommunizieren nicht nur Menschen miteinander. Obwohl das Pferd nicht in der Lage ist eine sprachliche Konversation mit dem Menschen zu führen, findet dennoch eine Kommunikation zwischen diesen beiden Partnern statt (Vernooij und Schneider, 2013). Watzlawick, Beavin und Jackson (2011) beschreiben in ihrem Werk 'Menschliche Kommunikation' fünf pragmatische Axiome, von denen drei bedeutungsvoll für die Mensch und Pferd Kommunikation sind: 1. Man kann nicht nicht kommunizieren. 2. Jede Kommunikation hat einen Inhalts- und einen Beziehungsaspekt. 3. Informationen können durch digitale und/oder analoge Kommunikationsformen dargestellt werden. Sobald Mensch und Tier aufeinandertreffen und einander wahrnehmen findet bereits eine Kommunikation statt (Otterstedt, 2001). Die Begründung hierfür liefern Watzlawick et al (2011), indem sie erklären, dass es in der Kommunikation immer Reaktionen auf das Verhalten der Partner gibt. Diese können aus Worten, Handlungen, aber auch beispielweise Schweigen oder Regungslosigkeit bestehen. All diese Formen beeinflussen die Kommunikation, man kann also nicht nicht kommunizieren. Das zweite Axiom von Watzlawick et al (2011) vermittelt, dass jede Kommunikation zwischen zwei Lebewesen einen Inhalts- und einen Beziehungsaspekt hat, also die Informationsweitergabe und wie diese aufgefasst wird. Über den Inhaltsaspekt werden Sachinformationen weitergeleitet, dies kann jedoch nicht wechselseitig geschehen und somit findet Kommunikation weitestgehend auf der Beziehungsebene statt (Vernooij und Schneider, 2013). Intelligente Tiere wie Pferde, die ebenfalls wie Menschen in sozialen Gefügen leben, sind in der Lage sensibel auf menschliche Signale und Zeichen zu reagieren, in manchen Fällen werden diese vom Menschen sogar anthropomorphisiert (Vernooij und Schneider, 2013). Die Kommunikation auf Beziehungsebene findet laut Watzlawick et al (2011) und Axiom drei auf digitaler (verbaler) und analoger (nonverbaler) Ebene statt. Um einen positiven Austausch zu erreichen muss eine gemeinschaftliche Sprache gefunden werden. Dieser Weg führt über die nonverbalen-analogen Kanäle der Verständigung (Olbrich und Otterstedt, 2003). Das Gebiet der analogen Ausdrucksformen ist ein sehr weites Feld, aber auch vor allem das Gebiet der Beziehungen, so Watzlawick et al (2011). Nonverbale Ausdrucksarten sind beispielsweise Mimik, Gestik, Geruch, Geschmack, Körperhaltung, Stimmfarbe, Blickkontakt und Körperkontakt, welche Stimmungen, Bedürfnisse, Gefühlslagen und Emotionen transportieren (Watzlawick et al, 2011; Vernooij und Schneider, 2013; Olbrich und Otterstedt, 2003). Carola Otterstedt (2007) erklärt weiterhin, dass die verschiedenen Sinneseindrücke und Sinneswahrnehmungen ein wesentlicher Bestandteil des Mensch-Pferd-Dialogs sind. Sie erläutert, dass neben der olfaktorischen, haptischen, thermischen und chemischen Kommunikation vor allem die optische und akustische Kommunikation von hoher Bedeutung ist. Pferde benutzten ein differenziertes System der Kommunikation um sich auszutauschen, da einzelne Signale zu komplexen Botschaften kombiniert werden (Otterstedt, 2007). Sie nutzen Lautäußerungen wie Wiehern, Stöhnen, Aufblähen der Nüstern, Schnauben, aber auch Zeichen des Körperausdrucks um Bedürfnisse und Gefühlslage wiedergeben, wie Bewegungen der Ohren, der Nase oder des Schweifs. Pferde sind sehr empfindliche Tiere, die kleinste körpersprachliche Botschaften, Bewegungen und analoge Signale sensibel wahrnehmen und darauf echt und stimmig reagieren (Otterstedt, 2007; Olbrich und Otterstedt, 2003). Beispielsweise wissen die Herdentiere anhand einer plötzlichen Ohrbewegung der Leitstute, dass Gefahr droht (Otterstedt, 2007). Weiterhin beschreibt Frau Otterstedt, dass Pferde eine Reaktion und Spiegelung auf Signale der Menschen aufweisen. So werden eigene Empfindungen und Stimmungen, die sich in analoger Form dem Pferd zeigen, von diesem gespiegelt und zeigen somit eine unverfälschte unmittelbare und deutliche Reaktion auf die Kommunikation des Gegenübers. Ein Pferd unterscheidet nicht, es reagiert immer situationsgebunden, der Austausch ist wahrheitsgemäß und stimmig und es kommt in der Regel nicht zu zweideutigen verwirrenden Botschaften (Olbrich und Otterstedt, 2003). Die entspannte Begegnung zwischen einem trainierten Tier und einem Menschen löst bei diesem in der Regel Empathie aus, das Erkennen der Seele des Pferdes und eine mitfühlende Einfühlsamkeit (Otterstedt, 2007). Diese empathische Begegnung führt beim Menschen zu einer Sinneswahrnehmung seines Ichs in einem sozialen und emotionalen Zusammenhang und verändert die Wahrnehmung seiner Umgebung (Otterstedt, 2007). 5.3 Mensch-Tier-Beziehung: Die Mensch-Tier-Beziehung ist letztlich so alt, wie die Menschheit an sich (Vernooij und Schneider, 2013). Die Menschen nutzen Tiere nicht nur als tierische Produkte wie Fleisch, Milch, Leder und Wolle, sondern sie sind auch Begleiter, Freunde und Gefährten (Vernooij und Schneider, 2013). In Kapitel 3 wird schon hinführend erklärt, dass vier verschiedene Erklärungsansätze zur Mensch-Tier-Beziehung existieren, die sich alle auf das Pferd übertragen lassen. Im Rahmen dieser Ausarbeitung kann nur auf ein Modell, die Biophilie-Hypothese des Verhaltensbiologen und Soziobiologen Edward O. Wilson eingegangen werden. Diese besagt, dass beim Menschen von Geburt an ein Interesse an allem Lebendigen besteht (Wilson, 1984). Wilson (1984) spricht zuerst von der biologisch begründeten Zusammengehörigkeit des Menschen zur Natur und all ihren Lebewesen. Nach Wilson und Kellert (1993) beschreibt die Biophilie-Theorie ein komplexes Modell, welches Einfluss auf die emotionale, kognitive, spirituelle und ästhetische Entwicklung des Menschen hat. Sie beschreiben die Biophilie, als eine vererbte und somit angeborene gefühlsbetonte Affinität des Menschen zu anderen Lebewesen, die ihn im Verlauf der Evolution beeinflusst und geprägt haben (Kellert und Wilson, 1993). Instinktiv ist der Mensch sich seiner Abhängigkeit zur Natur bewusst und fühlt eine enge Zusammengehörigkeit (Vernooij und Schneider, 2013). Die evolutionäre Verbundenheit bewirkt beim Menschen Aspekte von Sicherheit, Inspiration, Harmoniegefühl, Gruppenzugehörigkeit, Empathie, Motivation, Kontrollgefühl um einige zu nennen (Kellert und Wilson, 1993).



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