Stockholm MM-City Reiseführer Michael Müller Verlag - Individuell reisen mit vielen praktischen Tipps und Web-App mmtravel.com

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von: Lisa Arnold

Michael Müller Verlag, 2018

ISBN: 9783956546648

Sprache: Deutsch

264 Seiten, Download: 31493 KB

 
Format:  EPUB

geeignet für: geeignet für alle DRM-fähigen eReader geeignet für alle DRM-fähigen eReader Apple iPad, Android Tablet PC's Apple iPod touch, iPhone und Android Smartphones


 

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Tour 2: Östermalm
Im eleganten Östermalm wohnt seit 200 Jahren Stockholms Elite. Hier findet man Stadtpaläste, das Königliche Theater, eine reizvolle Markthalle und ein paar sehenswerte Museen. Die Straßen Biblioteksgatan und Strandvägen sind Höhepunkte für Flaneure - und am Abend ist Party angesagt.
Stureplan, Stockholms beliebtester Treffpunkt
Hallwylska Museet, ein Stadtpalast als Zeitkapsel
Dramaten, das von Ingmar Bergman modernisierte Theater
Östermalms Saluhall, Markthalle für neugierige Feinschmecker
Strandvägen, Stockholms Wohnadresse Nummer eins
Viel Wasser und viel Grün machen den Reiz Stockholms aus und beides findet sich in Östermalm: der Strandvägen entlang des Wassers und grüne Lungen wie den Humlegården und den Berzelii Park, begrünte Straßen und der Karlaplan mit im Kreis angeordneten Bäumen. Der Stadtteil ist eine Freude fürs Auge: Häuser mit Pastellanstrich, Türmchen und stuckumrahmten Fenstern prägen die Straßenzüge. Die ruhigen Einbahnstraßen sind von Wohnhäusern gesäumt, die Gegend fühlt sich kleinteilig und freundlich an. Auf Östermalm wohnt seit 200 Jahren Stockholms High Society, und das merkt man im Stadtbild an erlesenen Geschäften und gut besuchten Restaurants. Das elegante Östermalm macht dem Zentrum rund um den Sergels Torg Konkurrenz um den Rang als „Stockholms Herz“. Neben den Einkaufsmöglichkeiten ist der Stadtteil auch für sein Nachtleben bekannt. Man trifft sich traditionell unter dem pilzförmigen Unterstand Svampen am Stureplan und zieht dann durch Bars oder stellt sich vor einem der Nachtclubs an.
Der Strandvägen, diese Uferpromenade mit stolzen Wohnhäusern auf der einen und weißen Booten auf der anderen Seite, ist die teuerste Adresse Schwedens. Sie gleicht einer Marke, mit der man in bestimmten Kreisen assoziiert werden möchte, die vielleicht sogar erwartet wird. Auch die Plätze zwei bis zehn im Ranking um Schwedens wertvollste Quadratmeter belegen Straßen in Östermalm. Der Stadtteil ist begehrt, denn er hat Status, Geschichte und wunderschöne alte Häuser, und es wird nichts Neues gebaut.
Das war nicht immer so. Wo heute schnittig gekleidete Banker und Karrierefrauen ihrer Wege gehen, belagerten vor 400 Jahren Kühe und Schweine die verwinkelten, dicht bebauten Gassen. Bis 1885 hieß Östermalm „Scheunenland“ und war Stockholms ärmster, schmutzigster Teil. Hier weidete das Vieh des königlichen Hofstalls. Und während des Dreißigjährigen Kriegs ließ König Gustav II. Adolf im Humlegården Hopfen anbauen, um daraus Bier zu brauen. Seine Tochter und Nachfolgerin Christina lud sich später einen französischen Landschaftsarchitekten ein, um den Barockgarten nach französischem Vorbild zu veredeln. Hopfen, Obstbäume und Kräuter machten Platz für einen Lustgarten - der ursprüngliche Name, zu Deutsch „Hopfengarten“, aber blieb erhalten. 1672 wurde der westliche Teil von Östermalm militärisches Übungsgelände. Das Militärmuseum, der Königliche Hofstall und Straßennamen wie Artillerigatan erinnern an jene Nutzung.
Am Ende des 19. Jh. führte man in Stockholm das sog. Esplanadensystem ein, riss Häuser ab, um Platz zu machen für breite, mit Bäumen begrünte Straßen. Man wollte Luft und Licht in die Stadt lassen. In Östermalm entstanden so die breiten Boulevards Strand-, Narva- und Karlavägen, während dazwischen die schmalen Straßen bestehen blieben. Der runde Karlaplan mit sternförmig abgehenden Straßen ist nach dem Vorbild des Place Charles de Gaulle in Paris entworfen. Im Humlegården musste 1885 das Lusthaus in der Mitte des Parks der Carl-von-Linné-Statue weichen. Kurz zuvor war der Park öffentlich zugänglich und um die königliche Bibliothek reicher gemacht worden.
Entscheidend für diese neuen stadtplanerischen Möglichkeiten war, dass Alfred Nobel 1867 das Dynamit patentieren ließ. Wo man bis dahin den felsigen Untergrund akzeptieren und Straßen über das zwei Milliarden Jahre alte Fundament aus Gneis und Granit legen musste, konnten nun Wege frei gesprengt werden. Die Nybrogatan war eine der ersten Straßen, die auf diese Weise verlängert wurde.
Aus dem ländlichen Vorort wurde so Stockholms modernstes, schickstes Viertel. Die Namensänderung von „Scheunenland“ in Östermalm sollte dem neuen Erscheinungsbild gerecht werden und zu den anderen Stadtteilnamen wie Södermalm und Norrmalm passen. Malm bedeutet übrigens Sand oder Kies und bezeichnet in Schweden Siedlungen außerhalb des alten Stadtkerns.
Spaziergang
Wir starten im Park Humlegården mit der Kungliga Biblioteket, der schwedischen Nationalbibliothek. (Man erreicht den Park mit der Buslinie 1 ab Hötorget. Steigen Sie an der Haltestelle Linnégatan aus und der Park liegt direkt vor Ihnen.) Über die Biblioteksgatan erreicht man den belebten Stureplan mit lieblichen Bauwerken, verzierten Portalen, Türmchen und einem pilzförmigen Unterstand.
Statt der Birger Jarlsgatan, die an Stockholms Gründer erinnert, folgen wir der autofreien Biblioteksgatan. Von Geschäften mit nordischen und internationalen Marken gesäumt, gilt sie zu Recht als Stockholms Modedistrikt. Hier können Einkaufsfreudige gerne mal abschweifen, denn das entschleunigte Bibliotheksviertel hat viel zu bieten.
Vom Norrmalmstorg geht es nach links über die Hamngatan zum Hallwylska Museet. Man kann den Stadtpalast mit dem einladenden Innenhof nicht verfehlen, den die Unternehmerfamilie Hallwyl der Nachwelt als Museum hinterlassen hat. Gegenüber vereint der Berzelii Park Grün, Wasser und sogar Unterhaltung: Berns Salonger gibt es fast so lange wie den Park, das Lokal galt um 1900 als Stockholms Wohnzimmer.
Wo die Hamngatan in den Strandvägen übergeht, steht das Königliche Dramatische Theater, kurz Dramaten genannt. Hier lohnt sich eine Erkundungstour durch die Gassen Nybrogatan und Sibyllegatan zwischen Strandvägen und Östermalmstorg, um die nostalgische Markthalle Östermalms Saluhall, die Hedvig Eleonora Kyrka, die Kronobageriet mit dem Museum für darstellende Kunst und das Armémusem zu besuchen.
Am Wasser entlang führt der Strandvägen, Stockholms nobelste Wohnadresse und dritte Flaniermeile auf dieser Tour, zum Nobelparken. Beachten Sie das Bünsowska Huset mit der Adresse Strandvägen 29-33: Einen ganzen Häuserblock füllt das exklusive Mehrfamilienhaus, entworfen von Isak Gustaf Clason. Am Ende des Strandvägen biegen Sie links in den Narvavägen ein, an dem das Geschichtsmuseum Historiska Museet liegt und der am Karlaplan endet. Auf einer Bank im Grünen können Sie hier durchatmen, bis Sie in die Metrostation Karlaplan hinabsteigen.
Sehenswertes
Schwedens großer Wissensspeicher
Kungliga Biblioteket
Die schwedische Nationalbibliothek ist in einem Neorenaissance-Gebäude untergebracht, das zwischen 1865 und 1878 entstand. Damals galt es als ideal, öffentliche Institutionen als frei stehende Gebäude in einem Park anzusiedeln. In der friedlichen Umgebung des Humlegården lässt es sich ungestört lesen und tagträumen. Zu den prominenten Besuchern der Bibliothek zählte Autor August Strindberg, der regelmäßig zum Arbeiten kam.
Die Lage machte auch die Erweiterung 1926/27 problemlos möglich, als die Bibliothek zu beiden Seiten um einen Anbau wuchs. Auch das Interieur änderte sich. Von der ursprünglichen Gestaltung sind nur die Lobby und der Lesesaal mit den schlanken schmiedeeisernen Säulen übrig. 1997 war die zweite Erweiterung, bei der neue Leseräume, öffentliche Räume und ein Auditorium entstanden, abgeschlossen.
Bis Mitte des 19. Jh. stand der königliche Bücherschatz im Nordostflügel des Stockholmer Schlosses. Bis heute wird eine Kopie von jeder schwedischen Publikation hier archiviert. Auch in Schweden produzierte Musik und Filme sowie Fernseh- und Radiobeiträge füllen systematisch die Archive. Bereits 1661 verpflichtete ein Gesetz Druckereien dazu, ein Pflichtexemplar eines jeden neuen Buches an den Hof zu schicken. Drei Millionen Bücher umfasst die Bibliothek, davon Teile der königlichen Sammlung aus dem 17. Jh. Zu den Schätzen der Bibliothek zählt die sog. Teufelsbibel aus dem Mittelalter. Das 75 kg schwere Buch, das auch als Codex Gigas - „Riesenbuch“ - bekannt ist, gelangte im 17. Jh. als Kriegsbeute von Prag nach Stockholm und kann heute komplett digital eingesehen werden.
Mo-Do 9-19 Uhr, Fr 9-18 Uhr, Sa 11-15 Uhr, Juni bis Aug....

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