Elba und der Toskanische Archipel Reiseführer Michael Müller Verlag - Individuell reisen mit vielen praktischen Tipps

Elba und der Toskanische Archipel Reiseführer Michael Müller Verlag - Individuell reisen mit vielen praktischen Tipps

 

 

 

von: Sabine Becht

Michael Müller Verlag, 2018

ISBN: 9783956545771

Sprache: Deutsch

272 Seiten, Download: 33312 KB

 
Format:  EPUB

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Mehr zum Inhalt

Elba und der Toskanische Archipel Reiseführer Michael Müller Verlag - Individuell reisen mit vielen praktischen Tipps



Hintergründe & Infos
Geografie und Geologie
Elba ist die drittgrößte Insel Italiens und mit weitem Abstand die größte Insel des Toskanischen Archipels.

Monte Capanne: Weitblick über das Inselrelief ...

Die elbanische Bevölkerung ist eine Mischung verschiedener Einwanderergruppen vom Festland, auch wenn die Unterschiede heute längst verwischt sind. Portoferraio war ursprünglich toskanisch, Marciana korsisch, und im herben Bergdorf Capoliveri siedelten einst Neapolitaner. Im Letztgenannten finden sich noch einige Überbleibsel vom Brauchtum bei den Volksfesten. Elba zählt heute acht eigenständige Gemeinden, über ein Drittel der Inselbevölkerung (ca. 32.000 Einwohner) lebt in der Hauptstadt Portoferraio. Ansonsten ist die Bevölkerungsdichte in der Ebene von Marina di Campo am höchsten.
Das Relief der Insel zeigt sich überwiegend hügelig bis bergig und weist drei größere Massive auf: der Monte Capanne (1019 m), höchster Berg der Insel im Westen, der Monte Calamita (413 m) auf der gleichnamigen Halbinsel im Südosten und der Cima del Monte (516 m) als höchster Gipfel des auf einer Nord-Süd-Achse verlaufenden Bergrückens im Nordosten der Insel. Dazwischen liegt eine niedrigere Hügellandschaft mit tief einschneidenden Tälern und Ebenen. Deren markanteste ist die flache Ebene des Campo nell'Elba zwischen Procchio und Marina di Campo, sie markiert die Grenze zur steil aufragenden westlichen Halbinsel.

... und Granitfelsen an der Westflanke

Umgeben ist Elba vom Tyrrhenischen Meer, dem Teil des Mittelmeers zwischen der westitalienischen Küste sowie Korsika und Sardinien im Westen und Sizilien im Süden. Die Küstenlinie der Insel zeigt sich außerordentlich facettenreich: drei große Sandbuchten im Süden, schroffe und felsige Abschnitte an der gesamten westlichen Halbinsel, kleinere Buchten an der Halbinsel Calamita und an der Ostseite sowie nahezu unzugängliche Abschnitte im Norden von Elba. Daneben gibt es noch zahlreiche kleine Kies- und Sandbuchten westlich der Inselhauptstadt Portoferraio.
Elba auf einen Blick
Geografisches: Die Fläche beträgt 223,5 qkm, Elba ist knapp 30 km lang und etwa 18 km breit mit einer Küstenlinie von 147 km. Höchster Berg ist mit 1019 m der Monte Capanne im Westen der Insel.
Wichtige Orte: Portoferraio - Inselhauptstadt und wichtigster Ankunftshafen; Marina di Campo - zweitgrößter Ort und wichtiges Touristenzentrum an langer Sandbucht; Porto Azzurro - lebhafter Hafenort im Osten der Insel; Rio Marina - ehemaliger Verladehafen an der Ostküste und zweitwichtigster Ankunftshafen; Capoliveri - geschichtsträchtiges Bergdorf auf der Halbinsel Calamita; Marciana Marina - Hafen im Nordwesten der Insel, ein weiteres touristisches Zentrum; Marciana Alta - abgeschiedenes Dorf an den Hängen des Monte Capanne und beliebtes Ausflugsziel.
Bevölkerung: Auf Elba leben ganzjährig rund 32.000 Menschen, davon allein 12.000 in der Hauptstadt Portoferraio. Es folgen das Campo nell’Elba (Marina di Campo) mit ca. 4800 Einwohnern, Capoliveri mit ca. 4000 und Porto Azzurro mit etwa 3750, Marciana Alta und Rio Marina bringen es je auf etwa 2200 Einwohner, Marciana Marina auf ca. 2000 und Rio nell’Elba auf ca. 1150 Einwohner. Im Sommer steigt die Inselbevölkerung sprunghaft an.
Der geologische Aufbau der Insel wird von mehreren Regionen verschiedenen Gesteins bestimmt. Im Westen der Insel findet sich das Granitgestein des Monte Capanne, dessen Alter man auf etwa sieben Millionen Jahre schätzt, und das sich beim langsamen Abkühlen zäher Magma gebildet hat, die in bereits bestehende Gesteinsarten eingedrungen ist (Intrusion). In geringerem Umfang hat auch im Osten der Insel eine Intrusion stattgefunden, die besonders hier eine Vielzahl an Mineralien hervorgebracht hat. Hinzu kommen noch die Eisenerzvorkommen auf Elba, die die Besiedlungsgeschichte der Insel entscheidend mitbestimmt haben, sowie die 170 verschiedenen Mineralienarten, die - gemessen an der Größe Elbas - an sich schon eine Sensation sind. Diese geologische Vielfalt spiegelt sich natürlich auch in den Landschaften und in der Natur der Insel wider.

In den Erzminen des Monte Calamita

Die Insel der Mineralien
Die wichtigsten Mineralienvorkommen Elbas liegen im Osten der Insel, v. a. in der Gegend um Rio Marina und auf der Halbinsel Calamita (hier dominiert jedoch Eisenerz). In den mittlerweile stillgelegten Minen und Gruben im östlichen Teil Elbas fand man bis in die jüngste Vergangenheit hauptsächlich Pyrite, Hämatite, Magnetite und Quarzkristalle, aber auch Calcite, Malachite, Azurite, Turmaline und Berylle, außerdem Topase und Granate. Im Gebiet um den Monte Capanne finden sich ähnliche Mineralien, einer der wichtigsten Fundorte liegt am östlichen Ausläufer des höchsten Inselberges bei San Piero in Campo.
Eine Sonderstellung unter den elbanischen Mineralien nimmt der Ilvait ein, der nur hier vorkommt und seinen Namen von Ilva, der römisch-antiken Bezeichnung für Elba, erhalten hat. Von beeindruckender Größe und Schönheit sind besonders der Pyrit mit seiner golden glänzenden glatten Oberfläche und der schwarz glänzende Hämatit.
Mineraliensammler tun sich auf Elba mittlerweile schwer. Da die Gruben geschlossen sind, kann man nur noch in natürlichen Steinbrüchen, frei zugänglichen „Aufschlüssen“ (Fundorten) und z. T. auch bei natürlichen Abbrüchen fündig werden. Aber auch hier wird man nur mit etwas Glück überhaupt noch etwas finden.
Flora und Fauna
Auf Elba herrscht natürlich die typische Vegetation des Mittelmeerraums vor, und das bedeutet vor allem eins: Macchia. Dank der vielen verschiedenen Gesteinsarten findet sich hier aber durchaus eine vielfältige Naturlandschaft, u. a. auch bedingt durch die unterschiedlichen Höhenstufen der Insel - vom Meeresspiegel bis hinauf auf ca. 1000 m.

Im Botanischen Garten des Eremo di Santa Caterina

Dennoch unterscheidet sich die Flora Elbas nicht wesentlich von der des nahe gelegenen italienischen Festlands. Auffallend ist dagegen der große Waldbestand, der hier trotz intensiver landwirtschaftlicher Nutzung erhalten geblieben ist. Zu sehen sind die dichten Wälder noch an der Nordseite des Monte Capanne, hier in Form von oft jahrhundertealten (Ess-)Kastanienbäumen, am benachbarten Monte Perone findet sich ein lichter Pinienwald, daneben treten noch Kork- und Flaumeichen, Aleppokiefern und diverse andere Kiefernarten auf. Von den Steineichenwäldern, die in der Antike den größten Teil der Insel bedeckten, ist allerdings nur noch wenig übrig. Der bewaldete und mit Macchia bewachsene Anteil auf Elba beträgt noch immer etwa die Hälfte des gesamten Inselgebiets, hier muss man jedoch auch die in den vergangenen Jahrzehnten wieder aufgeforsteten Pinienwälder mit einbeziehen.
Auf Elba lassen sich drei Vegetationszonen unterscheiden: vom Meeresspiegel bis etwa 500 m die Stein- und Korkeichen, dazu Macchiapflanzen wie Zistrosen, Mastix, Ginster, Myrte und Erdbeerbaum; in den mittleren Höhen (500-900 m) ebenfalls Macchia und Laubwald (u. a. Esskastanien, Eichen und Eschen); in der höchsten Region um den Monte Capanne (ab ca. 800-900 m) dann vereinzelt Eiben und Hopfenbuchen sowie zahlreiche, auch endemische Varianten von Veilchen (u. a. das Elba-Veilchen Viola ilvensis), Lilien, Narzissen und Bergorchideen. Darüber hinaus gibt es gleich zwei verschiedene Kornblumenarten auf der Insel: um den Monte Capanne und im Gebiet der Festung Volterraio.
Daneben zählt die elbanische Flora viele weitere endemische, d. h. nur hier vorkommende Pflanzen. Diese Pflanzen sind z. T. eng verwandt mit der Flora auf Korsika und Sardinien, was daran liegt, dass die heutige Insel vor etwa einer Million Jahren zum Sardinien-Korsika-Massiv gehörte und erst später - durch tektonische Absenkung - isoliert wurde.
„Importpflanzen“ auf Elba sind Agaven, Eukalyptus und Mimosen, die es ursprünglich auf der Insel nicht gab.
Nationalpark Toskanischer Archipel
Parco Nazionale dell'Arcipelago Toscano
Vorausgegangen waren lange Jahre der Kontroverse unter der Bevölkerung und der politischen Unentschlossenheit, bis er 1996 schließlich doch noch gegründet wurde: der Parco Nazionale Arcipelago Toscano, der alle sieben größeren Inseln des Archipels umfasst. Während die Insel Montecristo...

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