Das Ende der Arbeit und ihre Zukunft - Neue Konzepte für das 21. Jahrhundert.

Das Ende der Arbeit und ihre Zukunft - Neue Konzepte für das 21. Jahrhundert.

 

 

 

von: Jeremy Rifkin

Campus Verlag, 2004

ISBN: 9783593400853

Sprache: Deutsch

240 Seiten, Download: 780 KB

 
Format:  EPUB, PDF, auch als Online-Lesen

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Das Ende der Arbeit und ihre Zukunft - Neue Konzepte für das 21. Jahrhundert.



III Die arbeitslose Zukunft (S. 107-108)

1.Von der Landarbeit zur Gewebekultur

Landwirtschaft und Hightech haben in unserer Vorstellung nicht viel miteinander zu tun. Und doch sind gerade in diesem Wirtschaftssektor einige der erstaunlichsten Fortschritte gemacht worden. Während die technologisch bedingten Entlassungen in der Industrie und im Dienstleistungsbereich im Zentrum der öffentlichen Aufmerksamkeit stehen, verändert sich auch die moderne Landwirtschaft grundlegend, und auf der ganzen Welt stellt sich die Frage nach der Zukunft der Landarbeit.

Fast die Hälfte der Weltbevölkerung betreibt Landwirtschaft, und die meisten dieser Menschen leben noch fast genauso wie die Menschen der Jungsteinzeit vor über 6 000 Jahren. Jetzt aber droht – dank des wissenschaftlichen Fortschritts – das Ende der traditionellen Landwirtschaft. Bis zur Mitte des nächsten Jahrhunderts werden neue Techniken der Lebensmittelherstellung die bäuerliche Arbeit überflüssig machen. Die Konsequenzen für die 2,4 Milliarden Menschen, die auf ihr Land angewiesen sind, um überleben zu können, sind noch gar nicht abzusehen (Food and Agriculture Organization 1993: 332).

Die Mechanisierung der Landwirtschaft nahm ihren Anfang vor über hundert Jahren. 1880 brauchte es noch mehr als zwanzig Arbeitsstunden, um ein acre (oder 40,5 Ar) Getreide abzuernten, 1916 12,7 und weitere zwanzig Jahre später nur noch 6,1 Stunden (U. S. Department on Agriculture 1940: 63). Seit den 20er Jahren wurden Wirtschaftskrisen nicht mehr durch Missernten, sondern durch die landwirtschaftliche Überproduktion ausgelöst. Die Mechanisierung wurde als ein Triumph der Industriegesellschaft gefeiert, und einer der führenden Landwirtschaftsexperten der Zeit brüstete sich: »Wir bauen das Getreide hier nicht mehr an, wir stellen es her. […] Wir sind keine Bauern oder Farmer mehr, sondern Produzenten.« (McWilliams 1942: 301–330)

Begonnen hatte es mit dem massengefertigten Eisenpflug, der den handgefertigten Holzpflug verdrängte. Der US-Amerikaner John Deere baute 1837 als erster einen Eisenpflug mit Stahlkante. Der schwere, feuchte Boden seines Heimatstaates Illinois ließ sich mit dem Gerät so leicht umpflügen, dass es bald als »singender Pflug« bezeichnet wurde. Während der 1850er Jahre stellte die John Deere Company mehr als 10 000 Pflüge jährlich her. Die leichteren Modelle machten es möglich, mit Pferden statt mit Ochsen zu pflügen, was die Arbeit der Farmer wesentlich beschleunigte (Cochrane 1993: 190, 195).

Ungefähr zur gleichen Zeit wurde in den USA die mechanische Mähmaschine eingeführt. Noch in den 1840er Jahren hatten die Farmer für die Ernte Sicheln und Sensen benutzt. Die von einem Pferd gezogene mechanische Mähmaschine verkürzte nun die Erntezeit um mehr als die Hälfte. Der Name des Erfinders, Cyrus McCormick, wurde bald zum Synonym für landwirtschaftliche Maschinen. Auch die Dreschmaschine fand große Verbreitung, und im Westen der USA gab es riesige Mähdrescher, die bis zu fünfzehn Tonnen schwer waren. Sie wurden von vierzig Pferden gezogen und schnitten das Getreide auf über zehn Metern Breite ab (ebd.: 195 f.).

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