Schnelleinstieg Kostenrechnung - Schritt für Schritt zur Kostentransparenz und -steuerung

Schnelleinstieg Kostenrechnung - Schritt für Schritt zur Kostentransparenz und -steuerung

 

 

 

von: Hans-Werner Stahl

Haufe Verlag, 2006

ISBN: 9783448071887

Sprache: Deutsch

244 Seiten, Download: 1584 KB

 
Format:  PDF, auch als Online-Lesen

geeignet für: Apple iPad, Android Tablet PC's Online-Lesen PC, MAC, Laptop


 

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Schnelleinstieg Kostenrechnung - Schritt für Schritt zur Kostentransparenz und -steuerung



3 Schritt 2: Messen, bewerten und Kosten zuordnen (S. 73-74)

In der Kostenartenrechnung wurde das gesamte Kostenvolumen definiert. Jetzt greifen die nachfolgenden Arbeitsgebiete der Kostenrechnung darauf zu und es wird wild hin und her gerechnet – mit ständigen Additionen, Subtraktionen, Multiplikationen, Divisionen und Kostenzuordnungen. Bei diesen vielen Rechenprozessen muss man sich im Klaren sein, was man tut. Es gibt eine Menge von Möglichkeiten, solche Rechenprozesse zu gestalten. Wie sieht meine Rechenphilosophie aus, welche Rechenalternativen bestehen?

Wie gehe ich in der Zuordnung und Verteilung von Kosten vor? Das alles sind Entscheidungen, die sehr stark die Auswertungen der Kostenrechnung und damit die nachfolgenden Entscheidungen der Manager bestimmen. Bevor der Kostenrechner richtig in die Kostenrechnung „einsteigt", muss er sich hier schlau machen, um die richtigen Festlegungen treffen zu können.

Es ist unvermeidlich: Zu Beginn muss über ein wenig Theorie nachgedacht werden. Hängen doch die Gestaltungen und Ergebnisse der Rechenprozesse und Kostenzuweisungen von den hier getroffenen Entscheidungen ab:

• Wie sollen Kosten gemessen werden?
• Wie stelle ich als Kostenrechner das Bewertungssystem ein?
• Welche Regeln für die Zuordnung von Kosten sollen gelten?

3.1 Unterschiedliche Messverfahren

Fangen wir an mit der Messung von Kosten. Nun können Sie natürlich entgegnen, dass wir in den obigen Schritten ja bereits mit sehr umfangreichen Überlegungen und Verfahren alle Kosten in der Kostenartenrechnung definiert haben. Sie sind also „gemessen" und liegen dort vor. Wenn Sie so argumentieren, haben Sie Recht. Zunächst. Nicht aber generell. Denn die Frage ist, wie denn die Beträge in die Buchhaltung oder besser in die Kostenartenrechnung überhaupt hineinkommen. Das gilt nicht nur für die Kostenartenrechnung, sondern auch für viele Rechenprozesse innerhalb der Kostenrechnung.

Es geht also um die Festlegungsmethode und das Messverfahren eines Betrages, der dann anschließend entweder in der Buchhaltung bzw. Kostenartenrechnung oder der weiteren Kostenrechnung verarbeitet wird. Nicht jedes Messverfahren führt zur gleichen Genauigkeit. Will der Kostenrechner einen Betrag in seiner Kostenrechnung beurteilen, dann muss er wissen, wie dieser gemessen wurde.

Die direkte, indirekte und retrograde Messung

Also beginnen wir: Mit welchen unterschiedlichen Verfahren kann ein Betrag gemessen werden, der später zu Kosten führt? Folgende Messverfahren bestehen:

• Direkte Messung: Sicherlich stellt diese Art das exakteste Verfahren dar. Alle Kosten werden durch detaillierte Aufschreibungen dokumentiert. Hierzu gehören die originären Einzelbelege der Buchhaltung, z. B. Eingangsrechnungen. Aber auch Materialentnahmescheine aus der Lagerverwaltung und Leistungsaufschreibungen der Mitarbeiter gehören dazu.

• Indirekte Messung: Dieses Verfahren wird häufig in Unternehmen dann verwendet, wenn die Erfassungskosten einer direkten Messung höher sind als ein möglicher Ertrag durch genauere Informationen. Die Vorgehensweise ist sehr einfach und eignet sich z. B. für Verteilungs- oder Differenzrechnungen.

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