Arbeitsorganisation in der Altenpflege

Arbeitsorganisation in der Altenpflege

 

 

 

von: Herbert Müller

Schlütersche, 2001

ISBN: 9783877066034

Sprache: Deutsch

189 Seiten, Download: 1201 KB

 
Format:  PDF, auch als Online-Lesen

geeignet für: Apple iPad, Android Tablet PC's Online-Lesen PC, MAC, Laptop


 

eBook anfordern

Mehr zum Inhalt

Arbeitsorganisation in der Altenpflege



3. Arbeitsorganisation in der Altenpflege (S. 19-20)

Lernziele:
- Merkmale von Organisationen können beschrieben werden. 
- Es ist bekannt, wodurch das Handeln der Organisationsmitglieder (Mitarbeiter) beeinflusst und bestimmt wird.
- Elemente der Aufbau- und Ablauforganisation sind bekannt und können voneinander unterschieden werden.

3.1 Was ist Organisation?

Bevor wir zur spezifischen Organisation von Einrichtungen der Altenhilfe kommen, zunächst eine allgemein Definition von Organisation.

Als Erinnerung an vermeintlich längst Bekanntes:

Organisation: 
- planmäßiger Aufbau, Gliederung;
- Gruppe, Verband mit bestimmtem Zweck;

organisieren: 
- (planvoll) aufbauen, gestalten (vgl. Bertelsmann: Die neue Rechtschreibung)

Organisation ist die Grundlage für eine gute Wohnatmosphäre, eine gute Arbeitsatmosphäre und für Wirtschaftlichkeit. Wo Menschen zusammenkommen, bedarf es gewisser Regeln, um ein geordnetes Miteinander zu gewährleisten. Manchmal ergibt sich diese Ordnung ganz von selbst. An der Kasse eines Supermarktes z. B. bilden sich bei starkem Andrang mehr oder weniger lange Warteschlangen; wer aus der Reihe tanzt und sich vordrängelt, wird von den Mitwartenden zurückgepfiffen. Bei Theaterkarten ist häufig bereits die Sitzplatznummer aufgedruckt, sodass sich für jeden zahlenden Kunden auch ein Sitzplatz finden lässt.

In einem wirtschaftlichen Unternehmen / einer Organisation lässt sich das Ordnungsproblem in der o. g. einfachen Form nicht lösen. Während die Wartenden und Theaterbesucher auf das jeweilige Ereignis bezogen gleiche Interessen bekunden, verbleiben sie in der gegenseitigen Anonymität. Unternehmen/ Organisationen hingegen sind produktive soziale Systeme, d. h. »von Menschen geschaffene, reale Gebilde, welche u. a. aus Menschen bestehen und den Zweck verfolgen, irgendwelche Leistungen für die menschliche Gesellschaft bereitzustellen« (Ulrich: Die Unternehmung als produktives soziales System. Grundlagen der allgemeinen Unternehmenslehre. Bern 1968).

Eine Organisation ist also ein soziales und zielgerichtetes System, dessen Elemente Menschen und/oder Sachen sind. Kennzeichnende Merkmale sind:
- Zwischen den Elementen besteht ein Netz von geordneten Beziehungen (Struktur).
- Die Ziele werden festgelegt und in geordneter Zusammenarbeit (Kooperation) der Elemente angestrebt.
- Dazu ist Informationsaustausch notwendig (Kommunikation).

Das Ziel könnte bsp. die Betreuung und Versorgung kranker und alter Menschen sein. Primäres Prinzip zur Zielerreichung ist die Arbeitsteilung (vgl. Schweer, 1992). Hierfür müssen (Spiel-)Regeln aufgestellt und eingehalten werden. Auch für Lerngruppen, z. B. im Rahmen der Altenpflegeausbildung, kann es sinnvoll sein, Regeln aufzustellen. Ein praktisches Beispiel könnte so aussehen:

Regeln für die Zusammenarbeit
- Wir legen Wert auf Pünktlichkeit.
- Es spricht immer nur einer.
- Wir vermeiden Störungen.
- Wir tolerieren die Meinung des Anderen. 
- Keiner wird ausgelacht bei falschen Fragen/Antworten.
- Wir gehen fair miteinander um.
- Wir sind kooperativ. 
- Wir vermeiden »Ja, aber« und »man«. Besser: Ja, Nein, Ich,Wir.
- Alle fühlen sich für das Erreichen der Ziele mitverantwortlich.

Das Handeln von Organisationsmitgliedern wird von komplexen Bedingungsfaktoren bestimmt. Diese zu kennen, fördert das Verständnis für eine Vielzahl von Prozessen und auftretenden Problemen und steigert die Verhaltenssicherheit innerhalb des eigenen Arbeitsbereiches. Die äußere Umwelt und die Ziele beeinflussen die Struktur und die innere Umwelt der Organisation und damit auch die Ergebnisse. Die Ergebnisse wirken wieder auf die äußere Umwelt und die Ziele.

Kategorien

Service

Info/Kontakt